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Ok,
darf man klauen? Natürlich nicht! Manche Dinge sind so genial, daß
man sie zumindest kopieren möchte. Mir geht das mit zum Beispiel
mit "Kalkoves letze Worte" so. Aber das Original ist und
bleibt ein Original.... Besonders das Fernsehen hatte es mir
angetan - irgendwann konnte ich das Fernsehen und diese Werbung mit
ihren Spots nicht meht ertragen : Ich lebe jetzt seit rund zwei
Jahren völlig "fernsehfrei". Nicht mal ein Fernsehgerät
"ziert" mein Heim. Nachfolgender Text gibt eine gute Begründung
....

Ein Dank an die Werbung (Kalkoves
letzte Worte)
Werbung ist schon etwas Wunderbares.
Vor allem im Fernsehen. Sie zeigt uns anhand von informativen Kurzfilmen,
wie wir mit wenigen ausgesuchten Produkten unser verkorkstes Leben
wieder in den Griff bekommen können. Oft ist es nämlich nur eine
Frage der richtigen Sorte Halbfettmargarine, ob eine Beziehung funktioniert
oder nicht. Wählt man die empfohlene Tiefkühlpizza, nagelt man problemlos
die schärfsten Tussen auf die Matratze, mit einer Tasse Tüten-Cappuccino
beschert man im Falle der korrekten Marke multiple Orgasmen, und
gönnt man sich mal das gute Hundefutter mit Extra-Knorpel, wird
man selbst spitz wie Nachbars Lumpi. Das war mir vorher nicht bewusst.
Hätte ich schon früher die Werbung etwas aufmerksamer verfolgt,
wäre meine Jugend wahrscheinlich aufregender verlaufen. Vielleicht
hätte ich sogar damals, als ich noch schlanker war und man an alle
Teile rankam, über eine Geschlechtsumwandlung nachgedacht, nur um
auch mir einmal all die Momente süsser Wonne und ausgelassener Lebensfreude
zu ermöglichen, die eben nur eine Frau während ihrer Regel mit einer
besonders dünnen Binde fühlen kann. Am liebsten sehe ich Werbung
allerdings nachts. Da werden die uninteressanten Spülmittel- und
Schlemmerjoghurt-Spots gleich weggelassen, und man konzentriert
sich auf das Wesentliche: schmutziger Sex mit telefongeilen Nymphomaninnen!
Endlich mal eine wirklich konsumorientierte Angebotspalette. Wem
zuckt nicht der Zeigefinger in Richtung Sprechgerät, wenn ein magersüchtiges
SM-Teenie-Luder mit schiefen Zähnen und Wasserleichen-Make-up sich
breitbeinig vor die Kamera stellt und mit knallender Ochsenpeitsche
um einen Anruf bittet? Oder wenn olle Schabracken sich im Morgenmantel
auf dem Futon lümmeln und ihre ausgetretenen Latschen ablecken,
um für die Konversation mit reifen Frauen über vierzig zu werben?
Also mich reizt das schon, vielleicht hat Tante Schlabbermauke ja
etwas wirklich Wichtiges zu sagen, wenn sie mal kurz zu stöhnen
aufhört und die Stiefelette aus dem Mund nimmt, wer weiß das schon...
Ausser fernmündlichen Kopulationskontakten im Onanier-Tele-Shop
wird nach Mitternacht ja überraschend wenig angepriesen, höchstens
noch ein paar Boulevard-doku-mentarische Video-Editionen über "Die
100 schönsten Vernichtungskriege" oder das Dritte Reich privat
mit "Hitler, die Stimmungskanone" und "Göbbels, der
Gemütsmensch". Denken die beim Fernsehen etwa, dass so spät
ohnehin nur noch alleinstehende militante Perverslinge vor der Glotze
hocken? Oder möchte man einfach, dass sich tagsüber bei den Daily-Talk-Shows
wenigstens in den Werbeblöcken mal nicht alles nur ums Ficken dreht?
Verständlich wäre beides.

ENIOAR SYSTEN - Thomas Leu
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