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Mein Zeugnis
Es steht geschrieben, "Du sollst nicht
falsch Zeugnis ablegen". Dem Leser der nachfolgenden Textpassagen
mag es so vorkommen, daß der Inhalt möglicherweise doch Fiktion
ist. Ich versichere, daß sich alle hier niedergeschriebenen
Ereignisse tatsächlich so ereignet haben, und, daß ich an keiner
Stelle absichtlich etwas ausgelassen oder hinzugefügt habe. Ich
habe mich bemüht, die Dinge so ausführlich wie möglich wiederzugeben.
Die "Ausflüge" in die Technik sind zum Verständnis sicherlich
notwendig, und dienen nicht der Belehrung.
Es geht hier
um mein Zeugnis, daß ich später auch vor meinem Herrn zu verantworten
habe. Es beschreibt meinen Weg in die Dunkelheit und meine tatsächliche
Errettung. Ich wünsche mir, daß möglichst viele Menschen, die noch
in der Dunkelheit sind, den Weg ins Licht finden. Es liegt an jedem
selbst.
Clenze, den 22. Januar 2004 Thomas Leu
Wie
alles anfing
Dazu ist ein
Ausflug in die Welt der Physik, insbesondere der Astrophysik, notwendig.
Ich werde mich bemühen, keine oder so wenig wie möglich Formeln
zu verwenden. Ich habe schon immer (und das hat sich selbst bis
heute nicht geändert) unser Universum und die Dinge, die im Universum
draußen vor sich gehen, bewundert und bin von ihnen fasziniert.
Es blieb nicht aus, daß ich diverse Bücher und Publikationen zum
Thema las. Einiges aus diesen Büchern hatte mich stark beeinflußt.
Albert Einstein formulierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine
Hypothese der allgemeinen und der speziellen Relativitätstheorie.
Wir wissen heute, daß die Hypothesen durch Beobachtungen und Messungen
validiert, das heißt bestätigt sind. Eine der wichtigen Erkenntnisse
aus Einstein’s Formeln ist, daß sich kein Teil (zumindest wenn es
Masse behaftet ist), sich schneller als das Licht bewegen kann.
Für Science-fiction-Fans eigentlich ein Alptraum: USS Enterprise
wird voraussichtlich niemals zu fernen Sternen fliegen können....
Warum ist denn nun kein Teil schneller als das Licht? Es hängt damit
zusammen, daß die erforderliche Energie, die ein Teil erfahren muß,
um auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt werden zu können, gegen
unendlich strebt, weil auch die Masse gegen unendlich strebt.
Es
gilt E = m c² , wobei E die Energie ist, m die Masse und c die Lichtgeschwindigkeit.
Über schwarze Löcher
Irgendwann bekam ich ein
Buch von Stephan Hawking in die Finger. Seine Betrachtung über schwarze
Löcher im Universum sind wirklich faszinierend. Sagt doch schon
Einstein’s Formel aus, daß ein sehr schwerer Körper wie zum Beispiel
eine Stern, den Raum um diesen Körper herum allein durch seine Schwerkraft
krümmt. Dieser Effekt konnte tatsächlich schon beobachtet werden,
indem man einen Stern, der sich tatsächlich hinter unserer Sonne
auf einer gedachten Achse befindet, "sehen" konnte. Das
Licht, das der Stern hinter unserer Sonne "ausstrahlt",
wurde quasi um unsere Sonne "herumgelenkt". Hawking
befaßt sich mit der Natur der schwarzen Löcher und berechnete, daß
ein jegliches schwarzes Loch über einen sogenannten "Ereignishorizont"
verfügt. Jetzt kommt’s: fliegt man mit zwei Raumschiffen in Richtung
eines schwarzen Loches, und beide Schiffe bleiben außerhalb des
Ereignishorizontes, passiert zunächst nichts. Jetzt wird sich
ein Schiff dem Ereignishorizont schrittweise nähern. Beide Schiffe
vereinbaren, daß das Schiff welches in das schwarze Loch fliegen
soll, jede Sekunde ein Funksignal abstrahlen soll. Je näher nun
das Schiff dem Ereignishorizont kommt, "passieren" merkwürdige
Effekte: Auf dem Schiff, daß auf Beobachterposition bleibt, kommen
die Funksignale immer "später". Auf dem Schiff, das die
Signal abstrahlt, bemerkt man davon nichts. Wird nun der Ereignishorizont
durchbrochen, verläuft die Zeit auf dem Schiff immer langsamer,
bis diese irgendwann auf der "Oberfläche" des schwarzen
Loches still steht, hier herrscht eine Singularität der Zeit. Daß
es aufgrund der gigantischen Gravitation nicht wahrscheinlich ist,
die Oberfläche eines schwarzen Lochs zu erreichen, sei hier unberücksichtigt.
Auf dem Schiff, das den Sturz in ein schwarzes Loch beobachtet,
sieht die Sache etwa so aus: das letzte Signal unmittelbar vor dem
Durchbruch erreicht das Beobachtungsschiff noch, das nächste Signal
wird niemals ankommen. Irgendwann kurz vor dem Durchbrechen des
Ereignishorizontes scheint das Schiff, das in das schwarze Loch
stürzt, still zu stehen. Das Schiff, das ins schwarze Loch fliegt,
sieht das Universum um sich herum immer schneller werdend. Auf beiden
Schiffen geht die Zeit "unterschiedlich" schnell !
Zeit
ist eben relativ Genau
diesen Effekt hatte Einstein vorhergesagt. Mit unseren heutigen
technischen Möglichkeiten wurde diese These der relativen Zeit schon
validiert: Man hatte zwei identische Atomuhren synchronisiert. Dann
wurde eine der Uhren in ein Höhenflugzeug geladen, welches eine
große Distanz in großer Höhe zurücklegte. Bei der Landung verglich
man beide Uhren und stellte eine Abweichung fest !! Die Uhr im Flugzeug
ist etwas schneller gegangen, als die auf der Erde verbliebenen
Uhr. In einem anderem Versuch wurde eine von zwei synchronisierte
Atomuhren auf einen Berggipfel verbracht, während die eine in ein
tiefes Bergwerk verbracht worden ist. Es wurden Abweichungen festgestellt
!
Ein Gedankenexperiment mit
Folgen
Wir wissen heute
aus Beobachtungen im Universum, daß dieses expandiert. Das läßt
die Feststellung zu, daß die Ausdehnung des Universums z.B. gestern
geringer war als heute. Diese Feststellung läßt sich treffen, da
der "Zeitpfeil" nur in eine "Richtung" verläuft.
Niemand wird dieses ernsthaft anzweifeln ... oder hat schon jemand
gesehen, wie sich ein am Boden nach dem Aufprall zerbrochene Tasse
wieder von selbst zusammenfügt und zurück auf ihren vorherigen Standort
vor dem Fall fliegt? Das Kausalitätsprinzip würde verletzt, ebenso
die Gesetze der Thermodynamik. Gedanklich kann man jedoch den Zeitpfeil
rückwärts laufen lassen – siehe die Feststellung oben. Lassen wir
nun den Zeitpfeil rückwärts laufen, so wird unser Universum schrumpfen.
Gehen wir nun soweit in der Zeit zurück, bis zu Zeitpunkt, wo unser
Universum noch nicht expandiert. Hier betreten wir nun Bereiche,
die bisher nur mit Computern einigermaßen genau beschrieben werden
können – als mathematische Modelle.
Wenn
die Zeit still steht
Mich
interessiert hierbei aber nicht der mögliche Zusammenbruch der Naturgesetze,
sondern die "Größe" und "Masse" des "Universums".
Das ganze Universum zusammengeschrumpft auf die Größe eines Stecknadelkopfes:
WAS FÜR EINE MASSE KONZENTRIERT
AUF EINEN PUNKT !
Wie
wir aus den Berechnungen der schwarzen Löcher und Einstein’s Formeln
wissen, hat Gravitation Einfluß auf den Fluß der Zeit. Wir haben
zur Stunde "0" eine unendliche Masse bei einer unendlichen
Energie. Zur Stunde "0" der Universums kann (und wird)
eine Singularität vorausgesetzt, d.h. die Zeit steht still und hat
noch nicht zu "fließen" begonnen. Jetzt kommt’s : Wenn
wir tatsächlich einen "Zeitpunkt" VOR dem Entstehen des
"Universums" hatten, ist dieser Zeitpunkt und alle Handlungen
zu diesem Zeitpunkt völlig irrelevant für die Entstehung des Universums.
Bitte , wohin?
Der
nächste Punkt ist die Raumausdehnung: Zur Stunde "0"
ist das Universum noch nicht expandiert (Wir hatten die Expansion
ja gedanklich rückwärts laufen lassen) – es gibt keinen "Raum"
oder "Platz" "außerhalb" des noch nicht entfalteten
Universums. Wo sollte sich dann der oder die Erzeuger aufhalten?
Selbst wenn man auf die Idee käme, wir "plazieren"
den Erzeuger inmitten des noch nicht entfalteten Universums: Ein
Ort ohne Ausdehnung an Fläche oder Raum ... und unvorstellbar heiß
...
"Erkenntnis"
Als
ich dieses nach mehrmaligen Durchdenken "begriffen" hatte,
kam ich zu folgender Schlußfolgerung:
1) Es gibt keinen
Zeitpunkt, an dem das Universum hätte von "irgendwem"
oder "irgendetwas" hätte erschaffen werden können.
2.)
Es gibt keinen Raum, in dem sich "irgendwer" oder "irgendetwas"
hätte aufhalten können, um das Universum zu erschaffen.
Selbst
wenn 1) sich als falsch erweisen sollte, gilt, daß es keinen Raum
oder Ort außerhalb des Universums gibt, an dem sich ein "Erzeuger"
desselben hätte aufhalten können Aus 1) oder
2) resultiert, daß ein Gott dieses Universum nicht hat erschaffen
können. Wenn alle Schriften aller Religion Gott oder Götter als
Schöpfer des Universums voraussetzen, sind alle Religionen zumindest
partiell falsch und damit insgesamt unglaubwürdig. Ab diesem Zeitpunkt,
lebte ich in der "Erkenntnis", daß es den "Gott"
oder andere "Götter" nicht gibt.
Das
Leben in einer rein physikalisch geprägten Welt
Für
mich hatte die "Erkenntnis", daß es Gott nicht gibt und
nicht geben kann, zunächst überhaupt keine negativen Auswirkungen.
Im Gegenteil, bei der Suche nach neuen Erkenntnissen brauchte ich
keine Rücksicht auf religiöse Vorschriften und Weltanschauungen
zu nehmen - Es konnte ja keinen Gott geben. Ich war überzeugt, daß
sich alle Vorgänge in der Natur (auch das Universum gehört ja dazu)
irgendwann durch eine Formel erklären lassen. Allerdings gibt
es einen Bereich im Universum, der uns noch viele Rätsel aufgibt:
Der Mikrokosmos. Während die Menschheit z.B. mit Hubble in die Tiefen
des Alls auf Brutstätten neuer Sterne sehen kann , gibt uns
das "Innenleben" eines simplen Wasserstoffatoms große
Rätsel auf. Wir wissen heute woraus die Atome bestehen, selbst die
Funktionsweise von Proton , Neutron und Elektron sind bekannt. Durch
Versuche in Teilchenbeschleunigern wie DESY in Hamburg oder CERN
fand man heraus, daß die Kernbausteine sich aus noch kleineren Teilchen
zusammensetzen. Mittlerweile hat man über 200 Kernteile entdeckt.
Jetzt sind wir im Bereich von Quarks & Co. Besonders im Bereich
der Teilchen oder Partikel gilt die von Heisenberg eingeführte Unschärferelation.
Kennt man zum Beispiel exakt den Impuls eines Elektrons, so
kann man die Lage nicht exakt bestimmen (Was immerhin dazu führte,
daß man das Konzept der Bohrschen Bahnen (Atom-Modell) verwarf und
statt dessen mit einem Orbitalmodell arbeitet). Erstaunlich, UNSCHÄRFE
in der Physik... Immerhin: aus diesem Grund wird es voraussichtlich
nicht möglich sein, die Transporter aus Raumschiff Enterprise jemals
zu bauen. Bei der Entmaterialisierung kann man zwar jede Position
eines Partikels exakt messen, dann aber wird der Wert für den Impuls
drastisch unscharf. Es wird also nichts mit "beam me up, Scotty"...
Ich möchte das Thema Mikrokosmos nicht weiter vertiefen (möglicherweise
hole ich das mal nach), entscheidend ist jedoch, daß die Vorgänge
im Mikrokosmos erhebliche Einwirkungen auf den Makrokosmos haben:
Ohne die Kernkräfte wäre unser Universum nicht so, wie es heute
ist. So wirkt zum Beispiel die schwächste aller Kernkräfte, die
Gravitation auf gigantische, eigentlich infinite Entfernungen...
Hättest Du jetzt beim Lesen geahnt, daß zwischen Dir (richtiger
wäre es, von Deinen Kernbausteinen zu sprechen) und z. B. der Sonne
Wechselwirkungen stattfinden? Bevor eine wie weiter oben angesprochene
"Formel" gefunden werden kann, müssen erst die Vorgänge
im Mikrokosmos mit den Vorgängen im Makrokosmos in eine Weltformel
verschmolzen werden. Diesem sogenannten grand-unification-therm
(GUT) ist man seit Jahren auf der Spur - auch Hawking arbeitet daran.
Die Physik ist hier schon recht weit vorangeschritten - es lassen
sich bereits viele Vorgänge im Kosmos vorausberechnen, bevor diese
selber beobachtet werden können. "Schwarzen Löcher" im
All dienen hier als Beispiel. In einer Welt ohne Gott nur
mit der Physik, läßt sich sicherlich eine Zeit unbeschwert leben.
Wenn auch die Wärme, die das Denken an Gott gibt, fehlt. Fast alles
kann erklärt werden, viele vermeintlich göttliche Dinge können
"entmystifiziert" werden. So weiß man heute, daß die Gravitation
aufgrund von Wechselwirkungen zwischen Kernteilchen entsteht, und
nicht von Gott "gemacht" ist. (Wirklich?) Aber die Physik
kann zumindest nicht die Frage nach dem Sinn des Lebens beantworten.
Das kann auch nicht unter Zuhilfenahme der Biologie oder anderer
Wissenschaftszweige geschehen. Ok, technisch gesehen, folgen wir
und alles Lebende auf diesem Planeten unserem genetischen Programm:
1) erhalte dich selbst 2) erhalte deine Art
Ich
empfand diese Antwort als unbefriedigend, besonders, wenn dieses
"Programm" auch noch das Ergebnis der Evolution sein soll.
Es gibt aber in der "physikalischen" Welt kein "passenderes"
Erklärungsmodell. Gefühle wie Liebe lassen sich möglicherweise noch
mit gewissen Auswirkungen von Pheromonen erklären, was ist aber
mit Emotionen wie Wut, Trauer, Hass oder Freude? Nun, ich
habe die Beantwortung dieser Fragen für mich immer hinten an gestellt.
Sie haben mich eigentlich richtig gestört, besondes wenn mich andere
Menschen (meistens Christen) gerade auf diese Dinge ansprachen -
also: Aus den Augen, aus dem Sinn.... Die Physik hat ja noch mehr
zu bieten, also habe ich versucht, meine Kenntnisse in der Physik
weiter zu vertiefen (Einer meiner Lebensziele ist es noch immer,
nicht dumm zu sterben).
Thermodynamik
Die
Thermodynamik ist ein selbständiges Gebiet der Physik. In der Thermodynamik
kommt den drei Hauptsätzen eine besondere Bedeutung zu. Der 1. Hauptsatz
der Thermodynamik sagt aus, daß in einem geschlossenem System die
Gesamtenergie konstant bleibt (Energieerhaltungssatz). Der
2. Hauptsatz (Entropiesatz) drückt den Richtungscharakter aller
Energievorgänge aus und sagt etwas über die Entropie aus. In jedem
in sich geschlossenem System strebt das System von einem Zustand
der "Ordnung" in einen Zustand der "Unordnung".
Ein Beispiel: gegeben sei ein rechteckiger Behälter beliebiger Größer
mit einer herausnehmbaren Trennwand, die das Behälterinnere in zwei
Hälften teilt. Jetzt fülle man die linke Hälfte des Behälters mit
Sauerstoff, die rechte Hälfte mit Stickstoff. Nun wird die Trennwand
entfernt, und der Behälter nach einiger Zeit untersucht. Es läßt
sich die Feststellung treffen, daß sich beide Gase vermischt haben.
Das System ist von einem Status der Ordnung in einen Status der
Unordnung übergegangen. Die Entropie in einem abgeschlossenem System
nimmt stetig zu. Und wenn zwei Systeme miteinander kombiniert werden,
ist die Entropie in dem kombinierten System größer als die Entropie
in den einzelnen Systemen. Als den 3. Satz der Thermodynamik
(Nernstsches Wärmetheorem) bezeichnet man die Aussage, daß es unmöglich
ist, den absoluten Nullpunkt (0° K) zu erreichen.
Die
Konsequenz
Die Gesetze
der Thermodynamik gelten für jedes System, sie sind universell.
Auch unser Universum ist ein in sich geschlossenes Gesamtsystem.
Die Gesamtmenge der Energie im Universum ist konstant. Auch
der 2. Satz der Thermodynamik gilt: Zum Ende des Universums , wann
immer es sein wird, herrscht Entropie. Das bedeutet, dass an jedem
Punkt des Universums die Energie homogen verteilt ist: Es gibt keine
Sterne mehr, keine Planeten und kein Leben. Wenn aber am Ende des
Universums Entropie steht, ist jede Handlung, die ein Mensch vornimmt,
für sich gesehen sinnlos: Es ist für die weitere Entwicklung der
Menschheit völlig unerheblich, ob neue Zivilisationen gegründet
werden, neues Wissen erlangt wird, ob Kriege geführt oder andere
Planeten besiedelt werden. Es ist völlig unwichtig und sinnlos,
Leben zu zeugen oder zu zerstören. Nichts und niemand kann der Entropie
entrinnen, alles was eine Zivilisation erringt und leistet, wird
in jedem Fall untergehen. Am Ende ist Entropie.
Bruchlandung
Das war es also, der Haken an der Sache. Wie grausam kalt
und sinnlos ist ein solches Weltbild. Alles, was bisher wichtig
erschienen ist, wird mit einem Pinselstrich "sinn"-entleert,
wertlos. Entropie. Der Höhenflug endet jäh mit einer kapitalen mentalen
Bruchlandung. Jetzt könnte man sich hinstellen und sagen,
daß diese Erkenntnis ebenso sinnlos ist. Lebe, solange du lebst,
und möglichst so intensiv, als wäre jeder Tag der letzte Tag. Ich
gehöre aber nicht zu den Menschen, die den Intellekt einfach so
ausblenden können - höchstens für eine kurze Zeit. Irgendwann ist
das Problem aber wieder deutlich im seelischen "Ereignishorizont"
präsent. Die Zeitsingularität und die nicht erfolgte Raumausdehnung
zu Beginn und die Entropie am Ende des Universums lassen sich
weder "weg"-diskutieren noch "schön"-reden oder
"schön"-trinken, sie bleiben, sie sind unbarmherzig und
kalt. Ist wirklich alles bedeutungslos? Wo ist der Sinn des
Ganzen?
Verzweiflung
Ich habe dann damit angefangen, einen für mich gangbaren
Weg zu finden, ob es nicht doch einen Erzeuger des Universums gegeben
haben könnte. Immer wieder habe ich mir den Kopf zermartert, wie
dieses doch möglich wäre. Mein Intellekt reicht bei Weitem nicht
aus, die Gedanken von Einstein oder Hawking zur Gänze zu erfassen,
ich habe aber trotzdem versucht, irgend etwas zu finden, was das
Entropie-Universum ohne Gott durch ein anderes Modell ablösen könnte.
Jahrelang. Ergebnislos. Ich habe irgendwann aufgehört, mir
Hoffnung zu machen, Antworten auf die Fragen zu finden. Es führte
dazu, daß ich mich "fallen" ließ : Ich habe nur noch in
den Tag gelebt. Es war ja alles sinnlos. Ich fing an, mehr Alkohol
zu trinken, als für meinen Organismus gut war, irgendwann war ich
am Abend eines jeden Tages mehr oder minder betrunken. Wozu auch
nüchtern bleiben? Die Tageszeit füllte ich mit Fernsehen oder Computerspielen,
ich habe wirklich nichts sinnvolles mehr getan. So ein Lebenswandel
bleibt nie ohne Folgen: Meine Ehe hat kräftigst gelitten,
alles brach mir unter den Händen weg .... Das führte dazu,
daß ich noch weniger Sinn im Leben gesehen habe. Ich habe schon
mehrmals in den Lauf einer geladenen Flinte gesehen, habe aber nie
abgedrückt. Irgendwann im November 2003 hatte ich mit einem Freund
im Kino den 3. Teil von Matrix angesehen - schon auf der Fahrt zum
Kino (ich mußte nicht fahren :) 2 halbe Liter Bier getrunken ...
im Kino während des Films habe ich 6 weitere halbe Liter Bier in
mich hinein gegossen (vom Film habe ich nicht sooo viel mitbekommen
:) Auf der Fahrt nach Hause noch schnell einen Stop an der Tankstelle
.... und noch eine Flasche Vodka gekauft. Diese wurde dann
zu Hause auch noch "geköpft". Als ich allein war, war
ich diesen Abend wirklich nur zu betrunken, um mich selber zu terminieren
(das ist kein Scherz...). Auch mit der Welt um mich
herum stand und steht es nicht zum Besten: Freunde, die schon jahrelang
verheiratet sind, lassen sich scheiden und das Leiden der Kinder
schreit einem förmlich an, Freunde sind alkoholabhängig geworden,
andere Freunden verlieren durch Konkurs alles Hab und Gut, Familienmitglieder
wurden krank, überall Krieg auf der Welt ... und alles scheint zusammenzubrechen.
Am Donnerstag, den 20. November 2003 habe ich abends ein befreundetes
Ehepaar besucht, auch da hatte ich schon wieder viel Bier getrunken.
Die beiden sind gläubig - Natürlich wollten beide mich (wie immer)
"bekehren". Wie immer kam es zu einer heißen Diskussion,
die (wie immer) wieder am Punkt "Singularität von Zeit"
endete. Wieder im Haus, habe ich noch mit meiner Ehefrau über das
Thema gesprochen. Diesen Abend nahm ich in meinem Grimm eine Bibel
in die Hand, und schlug diese mit den Worten "es wäre mir egal,
wenn der Teufel persönlich heute neben meinem Bett erscheinen würde,
dann wüßte ich, daß es dann auch Gott geben muß", auf den Tisch.
Die Berührung
Dann
kam Sonnabend, der 22. November 2003 .... Ich stand mal wieder rauchend
auf der Terrasse und dachte wieder über die Singularitäten zur Stunde
"0" nach. Dann geschah mit mir etwas seltsames: In meinem
Kopf, mit meiner Stimme, nur etwas leiser als gewöhnlich, sprach
zu mir "jemand". Ich erhielt Daten, Daten, Daten in kaum
vorstellbarer großer Menge - allesamt meine Fragen betreffend. Tausende
Fragen wurden mir auf einmal beantwortet. Es kam mir vor, als hätte
"etwas" oder "jemand" ein Hochgeschwindigkeits-Datenkabel
an meinen Kopf angeschlossen: Mir wurde durch meine innere Stimme
gesagt, daß ich in meinen Überlegungen immer etwas übersehen hatte.
Das Formelwerk mußte nicht mal verändert werden, nur eine Konstante
in Ihren Auswirkungen anders betrachtet werden ... und ALLES bekam
einen Sinn. Ich kann das Gefühl nicht zur Gänze beschreiben, was
ich anschließend erfahren habe: Ich war wie "high", glückselig,
Trunken vor Glück. Was war das ? Auf den Weg zurück ins Haus an
die Computer berührte mich das "etwas" noch mal. Wieder
in meinem Kopf, mit meiner Stimme, nur etwas leiser, sagte "jemand"
zu mir, das "was Du jetzt im Kopf hast sollst Du nicht verbreiten".
Natürlich habe ich nach einer Erklärung für das Phänomen gesucht.
Immerhin, ich ging, geistig sehen, "auf dem Zahnfleisch".
Es ist nicht ungewöhnlich , daß das menschliche Unterbewußtsein,
auf das die meisten Menschen keinen direkten Zugang oder gar Kontrolle
haben, in Zeiten größter Gefahr oder existenzbedrohender Zustände
(z.B. Suizid) eingreift. Allerdings kann ich die Daten, die ich
jetzt mit mir im Kopf herumtrage, nicht aus mir selbst heraus generiert
haben. Selbst wenn ich vorher irgendwo und irgendwie bei meinen
Recherchen nach Lösungen "mal hier und dort" etwas "aufgeschnappt"
habe , und es nur noch nicht verarbeitet hatte - Und nun das
Unterbewußtsein die Daten "sprudeln" ließ - es deckt
sich nicht mit meinem vorherigen Wissen. Ich weiß definitiv : Diese
Daten kommen nicht von mir. Ich hatte Gott gesucht - aber
ich habe ihn nicht können. Ich vermute, daß Menschen wie ich Gott
nicht selbst finden können, je intensiver ein jeder auch danach
sucht. Gott hat sich von mir finden lassen! An dem Punkt, wo eigentlich
nichts mehr geht, hat er mich berührt. Er hat mir gezeigt, wo ich
Ihn finden kann.
Beginn der
Reise
An diesem Tag,
ich war "berauscht" durch die Berührung und der Wirklichkeit
ein wenig entrückt, habe ich einen befreundeten Pastor aufgesucht,
den ich von den Pfadfindern (mein Sohn ist bei den Royal Rangern)
her kenne. Er hörte sich "meine Geschichte" interessiert
an. Viel später erzählte er mir, daß er zunächst annahm, daß ich
ihn "auf den Arm nehmen wollte". Er lud mich aber ein,
am kommenden Tag am Gottesdienst teilzunehmen. Man stelle
sich vor: Ich als überall bekannter bekennender Atheist am Sonntag
morgen um halb Zehn (sprich : noch mitten in der Nacht!) in einer
Kirche zum Gottesdienst. Aber ich konnte nicht anders: Ich war am
nächsten morgen dort, in der freien Christengemeinde zu Clenze.
Ich erhielt viele erstaunte und verwunderte Blicke, besonders
von den Leuten, die mich kennenlernten , als die Pfandfinder ihr
Pfingst-Camp auf unserer Obstplantage durchführten. Ich erwiderte
die Blicke und entgegnete in etwa: "keine falsche Hoffnung
- ich bin nur als Beobachter hier". Nach dem Gottesdienst ist
es in dieser Gemeinde üblich, daß die Gemeidemitglieder zusammen
Kaffee trinken und Kuchen essen. Ich wurde natürlich angesprochen.
"Siehst du, früher oder später kommen alle zu Jesus" und
ähnlich. Wer mich kennt, weiß, daß ich das so nicht stehenlassen
konnte: ich habe den vielen freundlichen Menschen gesagt,
daß ich zum Zeitpunkt weiß, daß es Gott gibt, von Jesus Christus,
weiß ich allerdings nichts... und das sollte sich sehr schnell ändern
...
An die Hand genommen
Das
Gefühl des Rausches hält an (ich habe es zum Zeitpunkt immer noch).
Nach dem Sonntag aber folgt bekanntlicherweise der Montag.
Ich mochte diesen Tag nie so besonders : Eine neue Woche mit samt
den Sorgen und Nöten fängt an. An diesem Montag verlief der Tag
jedoch völlig anders als erwartet. Irgend etwas war anders als sonst.
Ich habe morgens noch die üblichen Dinge wie Sohnemann zur Schule
fahren, Wohnung aufklaren erledigt. Ich war es ja gewohnt, entweder
Fern zu sehen, am Computer zu spielen, im Internet zu surfen oder
auf eine andere Art mein Zeit zu vertreiben. Alles was ich auch
in diese Richtung unternahm: ich konnte es nicht. Es zog mich alles
zum Bücherregal, wo ein unscheinbares blaues Buch stand: eine Bibel.
Jetzt muß ich wieder ein Stück ausholen: Ich habe dieses Buch
seit April 1978. Zu diesem Zeitpunkt fuhr ich zur See, und Heinz
Siedler, ein Pastor der Seemannsmission in Goole/(GB) hatte es mir
geschenkt. Obwohl dieses Buch eine wirklich persönliche Widmung
enthält, hatte ich es immer ignoriert. Ich habe in dieser Bibel
später, als ich die physikalisch geprägte Welt "entdeckte",
nachgesehen, ob sich nicht Argumente gegen die Existenz Gottes finden
ließen. Ich suchte auch nach Unschärfen, die das ganze Werk zweifelhaft
werden lassen. Irgendwann stand es dann nur noch im Regal. Dann
kam dieser Montag, und der Zwang, dieses Buch zu nehmen und zu lesen.
Ich konnte wirklich nicht anders. Obwohl mich niemals irgendwelche
Stellen, von der Widmung 2. Tim 2.1 + 2.7 sowie Phil 4; 13 mal abgesehen,
interessierten, mußte ich das Evangelium nach Matthäus lesen. Beim
Abendmahl wurde ich von heftigsten Emotionen heimgesucht: Ich habe
geweint und geheult wie ein "Schloßhund". Hierzu
muß ich folgendes anmerken: Ich hatte bisher äußerst selten z.B.
bei Filmen Emotionen, die mich berührten, bei Büchern schon gar
nicht. Beim Lesen des Evangeliums, besonders die Passagen nach dem
Abendmahl, hat es mich heftigst berührt. Ich habe den ganzen Montag,
bis tief in die Nacht gelesen. Nach dem Matthäus-Evangelium kommt
das Evangelium nach Markus, am gleichen Tag gelesen, wieder an den
gleichen Stellen von den Emotionen gebeutelt. Der Dienstag war wie
der Montag: Alles stehen und liegen lassen, nur gelesen. Das Evangelium
nach Lukas - das Evangelium nach Johannes : wieder an gleichen Stellen
die heftigen Emotionen mit Tränen. Wieder bis tief in die Nacht
gelesen.
Angekommen
Mittwoch
morgen, noch einen Teil der Apostelgeschichte .... es stand den
Nachmittag ein Termin in Hamburg an. Kurz vor der Abfahrt nach Hamburg
gegen 10.30 konnte ich dann nicht mehr anders:
Ich
habe am 26. November 2003 mein Leben in die Hände Jesus Christus
gelegt.
Phil
4 ; 13 ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht, Christus.
2.
Tim 2; 1 So sei nun stark, mein Sohn, durch die Gnade in Christus
Jesus
2. Tim 2; 7 Der Herr aber wird dir in allen
Dingen Verstand geben

Copyright(c) 2006 Thomas Leu. Alle Rechte vorbehalten.
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